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Earth-Overshoot-Day - unsere Schuld gegenüber Mutter Erde wächst

Stell Dir vor, Du hast einen Freund, der 1000 Euro verdient, aber 1750 Euro ausgibt.

Er bittet Dich, ihm die 750 Euro, die er zusätzlich verbraucht, zu leihen. Im ersten Monat hilfst Du ihm noch gerne. Beim zweiten Monat würdest Du schon zögern. Mit jedem Monat, in dem er sich mehr leiht, wird die Wahrscheinlichkeit, dass er Dir Dein Geld jemals zurückzahlen kann, sinken. Wir alle sind dieser Freund! Wir alle leihen uns Ressourcen von Mutter Erde. Das ist nicht nachhaltig!

Das zeigt sich auch am Earth-Overshoot-Day, zu Deutsch dem Erd-Erschöpfungstag. Der liegt dieses Jahr noch früher - nämlich am 28. Juli 2022.

Was ist der Earth-Overshoot-Day (Erdüberlastungstag)?

Der Earth-Overshoot-Day ist der Tag, an dem wir alle Ressourcen, die Mutter Erde in einem Jahr regenerieren kann, verbraucht haben. Ab diesem Tag leben wir alle auf Pump. Je früher im Jahr wir diesen Tag erreichen, desto größer wird unsere Schuld gegenüber Mutter Erde.

Wie aus dem nachstehenden Schaubild hervorgeht, befanden wir uns bis 1971 im Wesentlichen im Gleichgewicht. Seither haben wir uns jedoch immer weiter verschlechtert.

Dass wir diesen Stichtag nun schon am 28. Juli erreichen, bedeutet, dass wir aktuell die Ressourcen von 1,75 Planeten verbrauchen, um unseren Konsum zu decken.

Das Problem ist, dass wir nur einen Planeten haben!

Wie wird der Earth-Overshoot-Day berechnet?

Das Global Footprint Network berechnet den Earth-Overshoot-Day wie folgt:

Es teilt die Biokapazität des Planeten, also die Menge der ökologischen Ressourcen, die die Erde in einem Jahr erzeugen kann, durch den ökologischen Fußabdruck der Menschheit, d. h. den Ressourcenbedarf der Menschheit in diesem Jahr und multipliziert das mit 365, der Anzahl der Tage im Jahr.

Earth Overshoot Day 1971-2022

Wie kannst Du Mutter Erde helfen? Hier sind 20 einfache Tipps, um Deinen persönlichen CO2-Fußabdruck zu verringern.

Viele der Dinge, die wir benutzen, hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck. Sei es bei der Produktion, dem Transport, dem Verbrauch oder der Entsorgung. Unser Fußabdruck setzt sich also aus vielen Einzelpositionen zusammen. Einige Beispiele sind:

  • Kleidung, die wir tragen
  • Lebensmittel, die wir essen
  • Telefone, die wir oft jedes Jahr entsorgen
  • Häuser, die wir bauen
  • Tee, für den wir Wasser kochen

Ein sehr wichtiger Punkt ist, dass Du weißt, woher Dein Strom kommt. Stammt er aus einer sauberen, regenerativen Quelle, wie Sonne, Wind oder Wasserkraft? Oder stammt er aus einer schmutzigen Quelle, wie Kohle, Öl oder Gas?

Lass uns eines klarstellen: Wir machen Dir keine Vorschriften, wir sehen uns als Ideengeber. Diese Entscheidungen sind sehr persönlich und jeder sollte seinen eigenen Weg finden. Der Kniff besteht darin, Lebensqualität und Umweltschutz unter einen Hut zu bringen. Wenn alle Menschen ihren Alltag ein klein wenig optimieren, muss niemand auf Komfort und Sicherheit verzichten.

Probiere es einfach mal aus!

Such Dir aus unseren 20 Tipps diejenigen aus, die Dir leicht fallen. Vielleicht probierst Du auch alle 20 einmal aus, um zu erleben, wie es sich auf Deinen Alltag auswirkt. Was sich für Dich leicht und stimmig anfühlt, kannst Du dann einfach fortführen und darauf stolz sein.

  1. Schalte das Licht aus, wenn Du den Raum verlässt.
  2. Verkürze das Duschen um ein paar Minuten, um den Wasser- und Stromverbrauch zu senken.
  3. Wenn die kalten Monate beginnen, ​​drehe Deine Heizung um ein paar Grad herunter. Wenn ganz Europa dies täte, würden der Erdgasverbrauch um 10% zurückgehen.
  4. Überleg Dir zweimal, bevor Du alte Kleidung wegwirfst und neue kaufst. Die Textilproduktion ist für etwa 20% der weltweiten Wasserverschmutzung durch Färbe- und Veredelungsprodukte verantwortlich.
  5. Probier doch mal einen pflanzlichen Burger. Die sind mittlerweile richtig lecker geworden! Das Rülpsen und Furzen von Kühen ist für 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Außerdem brauchen Kühe Weideland, Wasser und Futter, was wiederum unsere Ressourcen aufbraucht. Die Umstellung auf pflanzliche Produkte ist nachhaltiger - und laut WHO sogar gesünder.
  6. Iss auf, was Du kaufst. Dabei geht es nicht nur um die Verschwendung der Lebensmittel, sondern auch um all die verschwendeten Ressourcen, die für die Produktion und den Transport dieser Lebensmittel aufgewendet wurden!
  7. Tausche Deinen Gasherd gegen einen Elektroherd aus, am besten ein Modell mit einem Induktionskochfeld.
  8. Wechsle Deinen Stromanbieter, zu einem, der Dir Strom aus regenerativen Quellen liefert. Der Strom, der zum Aufladen von Apple-Geräten verwendet wird, macht 22 % des Brutto-Kohlenstoffausstoßes von Apple aus!
  9. Wähle öfter das Kurzwaschprogramm Deiner Waschmaschine. Moderne Waschmaschinen schaffen Sauberkeit oft in weniger als 30 Minuten.
  10. Laufe oder radle bei schönem Wetter draußen, anstatt die Laufbänder und Fahrräder in einem Fitnessstudio zu benutzen, die Strom verbrauchen.
  11. Tausche Deinen alten, lauten, stinkenden Benzinrasenmäher gegen einen elektrischen.
  12. Recycle und kompostiere zu Hause und im Büro.
  13. Lass Dein Auto öfter mal stehen. Probiere Alternativen aus, wie Bus und Bahn, das Fahrrad oder einen Spaziergang.
  14. Wenn Du ein Auto mit Verbrennermotor besitzt, und es Dir leisten kannst, dann steige auf ein Elektroauto um. Noch gibt es hohe Prämien für den Kauf von Elektroautos.
  15. Installiere eine Solaranlage für Dein Haus oder - gerade im Trend - für Deinen Balkon. Auch hier gibt es Subventionen.
  16. Wenn Du ein eigenes Haus mit einer alten Heizung besitzt, informiere Dich, wie Du auf elektrische Wärmepumpen umstellen kannst. Das geht nämlich auch, wenn Du bisher mit Erdgas, Propan oder Öl heizt. Die Internationale Energieagentur bestätigt, dass elektrische Wärmepumpen entscheidend zur Reduzierung der Treibhausgase beitragen.
  17. Sprich mit Politikern. Fordere sie auf, sich für Klimafragen starkzumachen: Schutz der Wälder und der Meeresfauna, Investitionen in saubere Energie, Zuschüsse für grüne Unternehmen, Subventionen für umweltfreundliche Konsumgüter, energieeffiziente Gebäude.
  18. Fordere mittlere und kleine Unternehmen auf, sich dem Ziel des Pariser Klimaabkommens anzuschließen, bis 2050 netto null Emissionen zu erreichen. Null bis 2050 ist das, was die globale Erwärmung begrenzt und unseren Planeten rettet!
  19. Schicke Briefe an die größten Unternehmen der Welt und fordere sie auf, erneuerbaren Strom zu verwenden. Einige Giganten wie Unilever und Apple betreiben ihre Fabriken, Büros, Geschäfte und Lager bereits mit 100 % Ökostrom.
  20. Informiere Dich weiter über dieses Thema. Es gibt einige großartige Bücher wie
    Wie wir die Klimakatastrophe verhindern von Bill Gates und
    Speed & Scale: Ein Aktionsplan für die sofortige Lösung der Klimakrise von John Doerr.

Extra-Tipp #21: Mach Deine Finanzen grüner. Hier kann Grünfin Dir helfen!

Bei Grünfin setzen wir uns dafür ein, die Nachhaltigkeitsagenda einiger der größten Unternehmen der Welt durch unseren Aktivismus zu beeinflussen.

Hier findest Du weitere Informationen über unseren Aktivismus im Rahmen unserer Partnerschaft mit ShareAction.

Zugegeben: Es ist nicht einfach, einen Wandel herbeizuführen. Doch die Zukunft unserer Kinder und Enkel ist eine Herzensangelegenheit. Daher werden wir unseren Kurs beharrlich und mit großer Leidenschaft fortsetzen. Unser Lieblingszitat bringt es auf den Punkt:

“Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt, und die letzte Generation, die etwas dagegen tun kann."