Grünfin

Grünfin Blog
Meet the Team: Triin Hertmann

Triin Hertmann ist COO und Mitbegründerin von Grünfin.

Als Mitarbeiterin der ersten Stunde bei Wise weiß sie einiges über die Gründung eines Unternehmens, das auf sozialer Verantwortung aufgebaut ist. Sie ist zudem eine aktive Angel-Investorin, die stets ein Auge auf gleichgesinnte Unternehmensgründerinnen hat.

Sie hat aber auch ein ungewöhnliches Hobby, das einen Ausgleich zur virtuellen Softwarewelt schafft, und eine Familie, die ihr bei der Gründung von Grünfin geholfen hat, die Dinge aus der richtigen Perspektive anzusehen und in die richtige Richtung zu lenken.

Was ist deine Funktion bei Grünfin?

Ich bin eine der Mitbegründerinnen und kümmere mich daher um ein breites Spektrum an Aufgaben. Sie beinhalten so ziemlich alles, um Grünfin zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen und mit unserer Mission so viel wie möglich zu bewirken.

In dieser frühen Phase übernimmt man als Gründerin unzählige Aufgaben, die wichtig sind, aber sich nirgendwo so richtig eingliedern lassen. Im Moment bin ich für die Finanzen und die Buchhaltung, Investor Relations, aber auch für das Backend, die Mitarbeiter und die Büros zuständig.

Mit manchen Aufgaben bin ich durch meine Zeit als eine der ersten Mitarbeiterinnen bei Wise bestens vertraut, andere Dinge hingegen lerne ich tagtäglich dazu - was großartig ist.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Der Tag beginnt mit der Familie - ich helfe meinen beiden Kindern, sich für die Schule und den Kindergarten bereit zu machen. Danach gehe ich ins Grünfin-Büro und arbeite an den Aufgaben, die an diesem Tag anstehen. Normalerweise beginne ich den Tag mit Telefonaten zu Hause, aber ich genieße auch die Büroatmosphäre und die Nähe zu meinen Kolleginnen und Kollegen.

Mein Mann und ich betreiben zusammen ein Familienbüro und verwalten unsere Investitionen, die wir im Laufe der Jahre getätigt haben. Das erfordert auch einiges an Arbeit. Als aktive Angel-Investorin schaue ich mir oft neue Finanzierungsmöglichkeiten an oder spreche mit Portfolio-Unternehmen.

Meine besondere Leidenschaft gilt Bauprojekten und in den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich laufend etwas getan.

Im Moment renoviere ich das Haus meiner Eltern und unser eigenes Zuhause gleichzeitig. Nichts für schwache Nerven! Aber es macht mir Spaß, eine Vision zu schaffen und dann zu sehen, wie sie zum Leben erweckt wird. Für mich ist das ein großartiger Ausgleich zur Arbeit an einer Software, bei der man die Ergebnisse nur schwer “anfassen” kann und deren Entwicklung sich oft über Jahre hinzieht.

Ich bin sehr gerne in der Natur und mein Lieblingssport ist das Langstreckenlaufen. Ich versuche, mindestens zweimal die Woche Zeit für einen langen Spaziergang zu finden oder zu laufen. Um abzuschalten und den Kopf durchzulüften, höre ich mir beim Laufen Podcasts an oder gehe mit meiner Familie wandern.

Wie kam es zur Gründung von Grünfin?

Meine Karriere hat sich vorwiegend in Start-ups und in der Tech-Branche abgespielt.

Ich habe erlebt, wie Start-ups den Status Quo und die Gewohnheiten der Menschen verändern können, indem sie etwas Besseres, Einfacheres und Preiswerteres anbieten.

Das war sowohl bei Skype als auch bei Wise der Fall. Es hat sich also sozusagen in meiner DNA festgesetzt und genau das habe ich auch mit Grünfin im Sinn - bei null anzufangen und die Einstellung der Menschen zu langfristigen Investitionen neu zu definieren - das Kundenerlebnis, die Benutzerfreundlichkeit, die Preisgestaltung und vor allem den Sinn und Zweck ihre Handelns.

Als Mutter von zwei wunderbaren Kindern kommt bei meiner Betrachtung der Welt noch eine zusätzliche Dimension hinzu. Diese zusätzlichen Aspekte haben für mich im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung gewonnen. Was kann ich tun und wie kann ich meine Fähigkeiten am besten einsetzen, um ihnen eine bessere Welt zurückzulassen?

Das Erste und Naheliegendste ist ein liebevolles, stabiles und glückliches Zuhause. Aber was kann ich sonst noch tun? Das versuche ich mit Grünfin herauszufinden.

Du hast erwähnt, dass du eine aktive Angel-Investorin bist und anderen Start-ups in der Frühphase beim Wachstum hilfst. Welche Arten von Unternehmen sind für dich besonders interessant?

Ich bin seit 3 Jahren eine aktive Angel-Investorin. Mein Portfolio besteht mittlerweile aus fast 15 Unternehmen - für mich eine ganze Menge.

Ich finde es toll zu sehen, wie die Startup-Szene in Estland exponentiell wächst und sich das Land sozusagen zu einem eigenen Startup entwickelt. Es freut mich besonders, mitzuerleben, wie viele Unternehmensgründerinnen in letzter Zeit großartige Dinge vollbringen.

Mit fällt auf, dass weibliche Gründerinnen eine andere Sichtweise in ihre Unternehmen einbringen - sie legen mehr Wert auf die Auswirkungen und die Bestimmung ihres Unternehmens.

Das ist für mich ein zusätzlicher Grund, in sie zu investieren. Vier meiner letzten sechs Investitionen gingen an Start-ups, die von Frauen geführt werden und darüber freue ich mich sehr.

Grundsätzlich schaue ich mir natürlich das Team an und beurteile seine Fähigkeit, die angestrebten Pläne tatsächlich umzusetzen. Oft ist der Graben zwischen Traum und Realität ziemlich groß. Man muss also erkennen können, ob die Vorstellungen realistisch sind und das Team fähig ist, diese Herausforderung zu meistern.

Befolgst du irgendwelche persönlichen Grundsätze beim Investieren?

Ich halte es für wichtig, regelmäßige Cashflow-Investitionen mit langfristigen, risikoreichen Investitionen zu kombinieren.

Nach diesem Prinzip habe ich mein Investitionsportfolio aus relativ sicheren festverzinslichen Fonds und Immobilien aufgebaut und es mit risikoreichen Komponenten aus Start-up- und VC-Investitionen kombiniert.

Um der Sache ein wenig Spannung zu verleihen, besitze ich zudem ein Aktienportfolio, auf das ich gelegentlich ein Auge werfe. Die beste Strategie für Aktien ist jedoch immer kaufen und daran festhalten. Ich habe schon ab und zu Aktien zu früh verkauft. Meiner Meinung nach führt ein langfristiger Plan immer zum Erfolg, egal aus welcher Perspektive man es betrachtet.

Es gibt auch einige Dinge, von denen ich die Hände lasse. Ich investiere beispielsweise nicht in Co-Funding- und Crowdfunding-Projekte und auch nicht in Wertpapiere oder Unternehmen, die von hochverzinslichen Krediten profitieren.

Aufgrund dieser Regel habe ich schon oft Investitionsmöglichkeiten in grundsätzlich erfolgreiche Start-ups abgelehnt.

Die ethischen Gesichtspunkte von Investitionen sind mir ein wichtiges Anliegen.

Was hältst du von deinem persönlichen CO2-Fußabdruck?

Durch meine Familie und meine Kinder liegt mein CO2-Fußabdruck über dem Durchschnitt. Aber ich glaube, wir können am meisten für eine nachhaltige Zukunft tun, wenn wir alle am gleichen Strick ziehen. Außerdem versuche ich, meinen Kindern mit gutem Beispiel voranzugehen und ihnen zu zeigen, wie sie die Welt ein bisschen besser machen können, um einen Teil dieses Fußabdrucks auszugleichen.

Ich mache mir oft Gedanken darüber, wie und wo ich am meisten bewirken kann - und ziehe auch meine Kinder in diese Überlegungen mit ein. Auch wenn der persönlichen Lebensstil eine wichtige Rolle spielt, sind eine Handvoll großer Unternehmen vorwiegend für den CO-2-Ausstoß und die Umweltverschmutzung verantwortlich.

Um diese großen Akteure zu einem Wandel zu bewegen, empfehle ich dir, mit den Füßen (keine Produkte von unethischen Unternehmen kaufen) und deinem Geld (in nachhaltige Fonds investieren und dein Erspartes in grüne Wertpapiere anlegen) abzustimmen.

Kannst du irgendwelche Bücher oder Podcasts empfehlen?

Zu den Podcasts, die ich mir beim Laufen gerne anhöre, gehören Restart (auf Estnisch, über estnische Start-ups), aber auch How I Built This (Interviews und Storys hinter einigen der bekanntesten Unternehmen der Welt) und Let’s Talk For A Change (ein Podcast der Norrsken Foundation, der Impact Entrepreneurs vorstellt und zeigt, wie die Probleme dieser Welt durch Ideen und Technologie gelöst werden können).

-

Investiere nachhaltig mit Grünfin. Wir helfen dir, dein Geld in genau das zu investieren, was dir wichtig ist.